Aus aller Herren Länder
Am Sonntag, dem 5. Juni 2005 wurde im Oberen
Mittelrheintal mit dem ‚Welterbetag‘ die Aufnahme dieses Gebietes
in die ‚Liste des UNESCO-Welterbes‘ gefeiert. Dieser Tag war
zugleich der ‚Tag der Umwelt‘, welcher in diesem Jahr unter dem
Motto ‚Globalisierung‘ stand.
Der Ortsverein der SPD Weiler und der SPD
Rhein-Nahe-Verband nahm dieses besondere Datum zum Anlass, um die Themen
Internationalisierung und Globalisierung einmal unter einem ganz anderen
Gesichtspunkt zu betrachten:
Wild wachsende Pflanzen sind lebendige Zeugen
anderer Regionen und Kulturen. Lange bevor die Romantiker ihre
Begeisterung für den Rhein entdeckten und mit der Industrialisierung der
Grundstein für unser globalisiertes Wirtschaftssystem gelegt wurde
gelangten bereits die ersten pflanzlichen Boten ferner Länder in die
Gegend von Rhein und Nahe. Der Rhein mit seinen begleitenden Straßen und,
seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, Bahnlinien dient nicht nur den
Menschen als herausragender Verkehrsweg, das warme Rheintal ist auch für
viele fremdländische Pflanzen in den vergangenen Jahrhunderten zu einem
bevorzugten Siedlungs- und Ausbreitungsgebiet geworden. Eine besonders
hohe Anzahl an botanischen Neubürgern findet sich am Eingang des
Mittelrheintals in den Buhnenfeldern der Rheinkribben und auf den
Bahnbrachen des Bingerbrücker Bahnhofs, die derzeit auch als
Austragungsgelände der Landesgartenschau 2008 im Interesse der
Öffentlichkeit stehen.
Unter dem Motto ‚Aus aller Herren Länder‘ bot die
SPD an diesem Tag eine botanische Wanderung zu den Bingerbrücker
Rheinkribben und Bahnbrachen an.
Der Biologe Thomas Merz stellte hier die
Blumengäste aus fernen Ländern vor, die an Rhein und Nahe eine neue Heimat
gefunden haben.
|